Kommende Wien
B. Marco d'Aviano zu Wien
Kommende Wien

Die Kommende zum Seligen Marco d'Aviano zu Wien ist im Jahre 2004 im Namen des Generalmagisters des Mercedarierordens vom Hochmeister der Compagnia di Santa Maria della Mercede in Rom errichtet worden. Die Compagnia gehört zum Laienzweig des Mercedarierordens. Siehe dazu die Aufstellung der Zweige des Mercedarierordens. Die Wiener Mercedarierritter haben den sel. Kapuzinerpater Marco d'Aviano als ihr Vorbild und ihren Patron und Fürsprecher im Himmel gewählt. Der sel. Marco d'Aviano spielte eine wichtige Rolle bei der Befreiung Wiens von den Türken im Jahre 1683.

Die Kommende zum Sel. Marco d'Aviano ist die erste Niederlassung der Mercedarier in Österreich seit der Zeit Kaiser Joseph II, welcher das Wiener Mercedarierkloster (heute Wien 9, Boltzmanngasse) aufhob. Dieses war von Leopold I. zur Betreuung des Spanischen Spitals gegründet worden, das verwundete und invalide kaiserliche Soldaten spanischer, italienischer und niederländischer Muttersprache versorgte. Diese waren in den Abwehrkämpfen gegen die Türken zum Einsatz gekommen, welche ja auch 1683, wie schon einige Male zuvor, Wien, die Residenzstadt des Kaisers des hl. römisDer sel. Marco d'Aviano, Patron der Wiener Mercedarierkommende, wurde 27. April 2003 zur Ehre der Altäre erhoben.chen Reiches deutscher Nation, belagerten. Es sollte dies die letzte militärische Belagerung Wiens durch die Türken werden. Dass Wien sich aus der osmanisch-islamischen Umklammerung befreien konnte, ist vor allem einem Mann zu verdanken: Dem im Jahre 2003 zur Ehre der Altäre erhobenen Kapuzinerpater Marco d'Aviano. Diesen großen und doch so bescheidenen Diener Gottes hat die Wiener Mercedarierkommende zu ihrem Patron gewählt, weil er gerade für uns Wiener und Österreicher wie kein anderer für die Verteidigung des christlichen Abendlandes und für die Vereinigung der Völker Europas unter dem Kreuz Christi und dem Banner der Allerseligsten Jungfrau Maria und somit für ein wehrhaftes Christentum steht. Als "apostolischer Missionär und päpstlicher Legat beim christlichen Heere" (Heyret 1931) versöhnte er die zerstrittenen christlichen Heere und Herrscher Europas, schwor sie auf den Verteidigungskampf ein und schritt ihnen in der Entsatzschlacht um Wien am 12. September 1683, das Kruzifix hoch erhoben, voran.

Nicht nur als wehrhafter Künder eines im Zeichen Christi geeinten Europa sondern auch aufgrund seines heiligen asketischen Lebenswandels in der Nachfolge Christi und seines beständigen Aufrufs zu Umkehr und Buße, Sühne und Opfer, ist uns der sel. Marco d'Aviano ein Vorbild im Leben und ein Fürbitter im Himmel. Daraus leiten die Mercedarierritter in Wien unter anderem Ihren Aufgaben ab.

Heute erinnert uns noch das Fest Mariä Namen am 12. September an den Sieg über die Türken vor Wien. An diesem Fest gedenken die Wiener in Dankbarkeit der allerseligsten Jungfrau Maria als Mutter der immerwährenden Hilfe oder auch als Schutzmantelmadonna, deren mächtiger Fürbitte die Rettung des christlichen Abendlandes zugeschrieben wurde und wird. Hier sehen wir schon eine der vielen Parallelen des sel. Marco d'Aviano mit den Mercedariern, denn die von den Mercedariern verehrte Maria della Mercede, die Mutter der Barmherzigkeit, stammt aus der Verehrung der Schutzmantelmadonna heraus. Auch was den Kampf für das christliche Abendland angeht, steht der sel. Marco d'Aviano in der selben Tradition wie die Mercedarier. Diese wurden 1218 in Aragon zur Befreiung christlicher Sklaven und Gefangener aus der Gewalt der Sarazenen gegründet. Aragon war damals, im 13. Jahrhundert südlich der Pyrenäen auf der iberischen Halbinsel, eine Grenzbastion des christlichen Abendlandes, wie auch Wien im 17. Jahrhundert die letzte Bastion gegen den Ansturm des islamischen Osmanenreiches auf das christliche Europa darstellte.

Weitere Informationen: www.mercedarier.blogspot.com