Hl. Petrus Nolascus
Martyrer/Heilige/Patrone

"O Gott, du hast den heiligen Petrus durch göttliche Eingebung angewiesen, deine Kirche zur Mutter einer neuen Ordensfamilie zu machen, und zwar in Nachbildung deiner Erlöserliebe für den Loskauf der gefangenen Gläubigen; gewähre uns auf seine Fürsprache die Gnade, aus der Sklaverei der Sünde erlöst, im himmlischen Vaterlande dereinst uns ewiger Freiheit zu erfreuen. Durch unsern Herrn Jesus Christus ..."
(Kirchengebet vom Fest des hl. Petrus Nolascus)


„Der gekreuzigte Petrus erscheint dem hl. Petrus Nolaskus“ von Francisco de Zurbarán 1629Petrus Nolascus wurde um 1182 zu Racaudum südöstlich von Toulouse geboren. Er entstammte einer adligen Familie von Rittern. So nahm er selbst als Mann von ungefähr dreißig Jahren eine Zeit lang als Ritter am Kreuzzug gegen die häretischen Albigenser (1209-1229) in Südfrankreich teil.

Danach begab Petrus Nolascus sich nach Barcelona, in das Königreich Aragon. Dort regierte Sancho von Roussillon, der Großoheim des noch unmündigen Königs Jakob I. (1213-1276); im Jahre 1218 übernahm Jakob I. der Eroberer selbst die Herrschaft.

Statt als Ritter Ruhm im Kampf gegen die Sarazenen auf der iberischen Halbinsel zu erwerben und so der Christenheit zu dienen, begann ein ganz anderer Gedanke Petrus Nolascus zu fesseln: Er wollte die in mohammedanische Sklaverei geratenen Christen befreien. Bei vielen Gelegenheiten wurden Christen von Sarazenen überfallen und als Sklaven verkauft. Diesen Armen wollte er zu Hilfe kommen. - Inwieweit das Vorbild des Ordens der Trinitarier auf ihn eingewirkt hat, ist nicht bekannt. - Jedenfalls reiste er ausgestattet mit einer stattlichen, für diesen guten Zweck gesammelten Menge Geldes sowie eigenen Mitteln nach Valencia und Granada. Sehr erfolgreich kehrte Petrus Nolascus zurück. Zahlreiche Sklaven hatte er aus maurischer Knechtschaft freigekauft. Trotzdem nagte der Zweifel an dem Herzen des hl. Petrus Nolascus. Hatte er wirklich den rechten Weg eingeschlagen? Folgte er dem Willen Gottes?

Eine Erscheinung der Muttergottes in der Nacht vom 1. auf den 2. August 1218 befreite St. Petrus Nolascus von allen Zweifeln. Unsere Liebe Frau von der Barmherzigkeit riet ihm, einen Orden zum Loskauf der Gefangenen zu gründen. Dem folgend wurde am 10. August 1218 der Orden der Mercedarier von Petrus Nolascus gegründet. Der Heilige hatte beschlossen, sein Leben ganz dem Loskauf christlicher Sklaven aus mohammedanischer Gefangenschaft zu widmen.

Zwei Jahre darauf lernte der zum Ordensmann gewordene Ritter den hl. Raymund von Penaforte in Barcelona kennen. 1222 verfaßte der gelehrte Raymund die Konstitutionen für den von Petrus Nolascus gegründeten Orden der Seligen Jungfrau Maria vom Loskauf der Gefangenen. Danach handelte es sich um einen Orden von Priestern und Laien, und zwar Rittern. Die weiße Ordenstracht zeigt ein rotes Kreuz auf der Brust. Den Orden leitete der hl. Petrus Nolascus bis zu seinem Tode. Unterstützung fand er bei König Jakob I. von Aragon. Papst Gregor IX. (1227-1241) erkannte den Orden 1235 an.
Reliquie des Hl. Petrus Nolascus
Reisen führten den hl. Petrus Nolascus bis nach Nordafrika, wobei er selbst einmal in Lebensgefahr geriet. Als er am Weihnachtsfest des Jahres 1249 in Barcelona starb, hatte sein Orden bereits über zweitausendsiebenhundert Christen-Sklaven befreit.

1265 wurde ein weiblicher Ordenszweig gegründet. Der Orden der Mercedarier bzw. Nolascer hatte Niederlassungen vor allem in Spanien und Süd- frankreich. Die Angehörigen des Ordens waren im Volke so angesehen, daß man von ihnen sagte, sie würden sich notfalls selbst in die Sklaverei verkaufen, um nur Gefangene zu befreien.

Ursprünglich bestand der Mercedarierorden aus zölibatären Mönchsrittern und Ordenspriestern. Eine besondere Gruppe waren die „Redemptores - Erlöser“, diejenigen Mitglieder, die sich persönlich zu den Mauren begaben, um sich selbst gegen Christen auszutauschen oder dort Christen freizukaufen.

Später wandelte der Papst die Mercedarier in einen Bettelorden um, der sich der Seelsorge wie der Mission widmete. In Deutschland wurde früher der Orden auch „Orden von der Gnade“ genannt.

1936 wurde der Festtag des hl. Petrus Nolascus vom 31. Januar auf den 28. verlegt, um an dem bisherigen Datum das neueingerichtete Fest des hl. Don Bosco zu begehen.