Hl. Petrus Paschasius
Martyrer/Heilige/Patrone
„Zu Granada in Spanien das Leiden des seligen Martyrers Petrus Paschasius, Bischofs von Jaén. Er war Mitglied des Mercedarierordens.“
(Römisches Martyrologium am 6. Dezember)

Petrus Paschasius, spanisch Pedro Pascualez, wurde 1227 in Valencia geboren. Er studierte in Paris und war dort Studienkamerad von St. Thomas von Aquin und St. Bonaventura.

Er wurde Priester und bald darauf Mönch des Mercedarierordens, deren Mitglieder - nach dem Gründer Petrus Nolascus - aus Nolasker genannt werden. Nolascus gründete 1218 zusammen mit dem Dominikanergeneral Raymund von Penafort nach einer Erscheinung der Gottesmutter eine Kongregation zum Loskauf der Gefangenen aus der mohamedanischen Sklaverei.

Pedro wurde Erzieher des kastilischen Prinzen Sancho, der vom Papst zum Bischof von Toledo ernannt wurde (und im Jahr 1275 in arabischer Gefangenschaft als Blutzeuge starb).

Pedro stellte sich ganz in den Dienst des Schicksals der christlichen Gefangenen, die von den muslimischen Besetzern der spanischen Lande massenweise versklavt wurden. Diese standen immer in Gefahr, den hl. Glauben unter den furchtbaren Bedrückungen zu verraten und so dem einen Kerker einen schlimmeren hinzufügen.

Pedro Pascualez zog predigend durch Spanien, Portugal, Frankreich und Italien und gründete Konvente seines Ordens, den die Gottesmutter in dieser für die Christenheit so schweren Zeit erweckte.

Papst Bonifatius VIII. ernannte ihn zum Bischof von Jaén, einer spanischen Diözese, die unter der Herrschaft der Mauren stand. Er nahm diese Aufgabe eines „Untergrundbischofs“ aus den Händen seines Apostolischen Herrn gehorsam an. Auf der römischen Tiberinsel, in der Basilika des hl. Apostels Bartholomäus, empfing der die Konsekration.

Während seiner Predigt in seiner Diözese wurde er von maurischen Soldaten gefangengenommen und nach Granada, dem Sitz des mohamedanischen Tyrannen gebracht. Dieser machte den Bischof zum persönlichen Sklaven, ließ dem kastilischen Granden als „Staatsgefangenem“, der ein hohes Lösegeld verhieß, aber relative Bewegungsfreiheit. Dies nutze Pedro um die christlichen Zwangsarbeiter in der Stadt zu trösten und er konnte sogar einige Werke gegen die islamische Religion verfassen, so den „Tratado contra cl fatalismo musulmán“ (Traktat gegen den muselmanischen Fatalismus) oder die „Impugnación de la secta de Mahoma“ (Bekämpfung der Sekte Mohammeds).

Das zweimal für ihn gestellte Lösegeld verwendete er zum Freikauf von christlichen Sklaven.

Es wird von seiner großen Gelehrsamkeit – er übersetzte Teile der Bibel und er disputierte mit Juden und Arabern in ihren Sprachen – und seiner großen Marienfrömmigkeit berichtet. Er schrieb eine Verteidigung der Unbefleckten Empfängnis.

Seine scharfsinnigen Angriffe auf die falsche Religion, die einige Muslime zum katholischen Glauben brachte, führte zu seiner Verurteilung zum Tode. Am 6. Dezember 1300 wurde er enthauptet und erhielt so die Krone der Märtyrer. Er sei mit den priesterlichen Gewändern - der Kasel, der Stola und dem Manipel - bekleidet gewesen, bereit, Gott das reine Opfer darzubringen.

Sein Kult verbreitete sich auf der ganzen spanischen Halbinsel. Clemens X. bestätigte seine Verehrung am 14. August 1670. Seine Werke wurden zuletzt 1906-1908 vom Mercedarierpater Pedro Armengoi Valenzuela in Rom in vier Bänden herausgegeben.